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FILM UND FILMWELTEN

„Wie im Film?“ Tanz trifft Big Band!

Kompanie „BOYS“ und „GIRLS“ von „Bad Honnef tanzt“

begleitet vom Jugend Jazz Orchester Bonn

Premiere: 13. Juni, 19:30Uhr

Großes Haus der Oper Bonn

Eintritt frei

Das 4. Sommertanzfestival Bad Honnef wird in diesem Jahr durch die fulminante Premiere einer Jugend-Coproduktion im Bonner Opernhaus eröffnet. Die beiden Jugendtanzkompanien „BOYS“ und „GIRLS“ mit jeweils 20 bühnenerfahrenen Kindern und Jugendlichen zwischen 5 und 17 Jahren unter der Leitung von Anna-Lu Masch, werden live begleitet vom Jugend Jazz Orchester Bonn, einer Big Band bestehend aus 25 Musikern im Alter von 14 bis 20 Jahren unter der Leitung von Thomas Heck und Thomas Kimmerle.

Das Thema des Abendprogramms ist „Film und Filmwelten“.

Das Orchester spielt Filmmusiken, überwiegend arrangiert für Big Band Besetzung.

Auf der Bühne beschäftigen die TänzerInnen sich mit (Film-) Emotionen und deren Umsetzung in Bewegung. Außerdem werden filmische Mittel wie Stop, Go, Slow Motion, Vor- oder Rückspulen experimentell mit dem eigenen Körper dargestellt.

Vor allem aber geht es aber um die Frage des ganz eigenen (Lebens-) Films: Wie klingt der Soundtrack deines Lebens?

Die Choreographin Anna-Lu Masch wird von der Tanztherapeutin Aruna Dufft in Form von Einzelarbeit unterstützt. Außerdem unterrichtet der Breakdancer Sania Korolyov aus Köln die Gruppe und ergänzt so den Modernen Tanz um einige spektakuläre Bewegungen aus den urbanen Tanzstilen.

Das Tanztheater verfolgt nicht den Anspruch, linear eine Geschichte zu erzählen, vielmehr werden collagenartige Situationen bewegt und musikalisch dargestellt, die das Publikum anregen, erinnern und begeistern können.

Beide jugendliche Künstlergruppen – Tanz-Kompanien und Big Band – gibt es fast gleich lang, nämlich seit etwa 4 Jahren.

Seit 2013 werden die Kompanien durch das Förderprogramm „ChanceTanz – Kultur macht stark“, vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziell getragen. Hier werden vor allem Projekte für sozial schwächer gestellte Kinder unterstützt. Durch die Förderung können das wöchentliche Training und die intensiven Probenwochenenden, sowie der Besuch von Tanzaufführungen kostenfrei angeboten werden. Dies gewährt die Chance, Teilnehmer aus allen Schichten zu integrieren – jenseits finanzieller Einschränkungen.

Die 40 TeilnehmerInnen bilden zwei gleichgroße Gruppen: Die Kompanie BOYS und die Kompanie GIRLS. Die Geschlechter sind gezielt getrennt, um bei den Proben den unterschiedlichen Bedürfnissen und Themen gerecht werden zu können.

Nichtsdestoweniger arbeiten beide Gruppen intensiv zusammen und stehen oftmals zum Schuljahresende gemeinsam auf der Bühne.

Eine Unterteilung in Altersklassen gibt es hingegen nicht. Die TänzerInnen sind gemischt zwischen 5 und 17 Jahren. Der Effekt der altersübergreifenden Arbeit ist künstlerisch und sozial enorm spannend. Es bilden sich oft richtige „Familien“ mit Veranwortungsübernahme der Größeren, welche wiederum selber von den wilden und freien Kreativitätsausbrüchen der Kleineren profitieren können. Auch choreographisch hat das Zusammenspiel von Groß und Klein immer wieder neue Impulse gegeben.

Die interdisziplinäre Arbeit steht seit jeher im Mittelpunkt der prozessorientierten Arbeitsweise. So entwickelte beispielsweise die BOYS Kompanie ein Stück im Hans Arp Museum, ließ sich vor Ort von der Kunst inspirieren und führte das Publikum mit ihrer Performance duch die Museumsräume. Im gleichen Jahr arbeiteten die GIRLS zusammen mit einer Modedesignerin und präsentierten ihr Stück zum Thema „Schön-Hässlich“ im Mittelgang der katholischen Kirche in Bad Honnef. In dem gemeinsamen Stück „Farbulus“ bauten die TeilnehmerInnen mit Hilfe zweier professioneller Maskenbauerinnen riesige Ganzgesichtsmasken, mit welchen sie sowohl einen Park als auch die Festivalbühne in Bad Honnef verzauberten. Eine Gruppe junger Musiker erarbeitete mit einer Musikpädagogin die Klänge zu der außergewöhnlichen Performance.

Die Gründung des Jugend Jazz Orchesters Bonn ist eine private Initiative der beiden Bandleiter Heck und Kimmerle aus der Begeisterung für Big Band Jazz heraus und in Verbindung mit dessen Vermittlung an talentierte Jugendliche.

Das Orchester gab 2013 seine Konzertpremiere beim Kulturpolitischen Aschermittwoch im Bonner Kunstmuseum. Es folgten weitere Konzerte beispielsweise beim Bonner Beethovenfest, wo die Big Band regelmäßiger Gast ist, beim Schumannfest, beim Bonnfest oder beim Festival Bonner Schulkultur in der Bundeskunsthalle. Seit zwei Jahren präsentieren die Musikerinnen und Musiker in einem Jahreskonzert im Rheinischen Landesmuseum das laufende Programm.

Ziel des Ensembles ist es, sich mit der knapp hundertjährigen Geschichte des Big Band Jazz auseinanderzusetzen und Original-Arrangements berühmter Bands zu meistern, seien es die von Count Basie oder Duke Ellington aus den 1930er Jahren oder auch zeitgenössische eines Bob Mintzer oder einer Marie Baptiste (wie in diesem Jahr).

Das bislang größte Projekt war konsequenterweise eine kleine Reise durch die Welt des Big Band Jazz. Es war das Erzählkonzert “Miss Minnie und der Jazz” als Kooperation mit dem Veranstalter “Kinder ins Konzert”, das 2014 im Telekom-Forum in Bonn Beuel auf die Bühne kam.

Im Jahr 2015 gingen die TänzerInnen um Anna-Lu Masch eine Kooperation mit dem Jugend Jazz Orchester Bonn ein. In dem gemeinsamen Stück soll Orchester-Livemusik, die pure Bewegung und deren beider Verbindung im Vordergrund stehen.

Photo © Sabine Große Wortmann

Bildquellen

  • „Wie im Film?“ Tanz trifft Big Band! – Oper Bonn: Sabine Große Wortmann

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